Im Maritimen Museum

Museum.

Ein Begriff, der mir als Kunstbanause nicht gerade Begeisterungsstürme hervorruft, aber dank wunderbaren Besuchs aus Italien bin ich gestern im Internationalen Maritimen Museum im Magdeburger Hafen und damit in Hamburg gewesen. Dran vorbeigelaufen bin ich schon unzählige Male, da direkt vor dem Museum eine riesengroße Schiffsschraube ausgestellt ist und allein der Anblick der Fassade des ehemaligen Kaispeicher-B atemberaubend ist.

Aber gibt es noch etwas Besonderes zu betrachten: Das Klaus-Störtebeker-Denkmal von Hansjörg Wagner; denn hier befindet sich der zu vermutende Hinrichtungsort. 

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.blickedeeler.de/



Da ich leider an Herrn Störtebeker vorbeigelaufen bin, hat mir die Hamburger Agentur für Werbung und mehr, BlickeDeeler, dieses Foto zur Verfügung gestellt. Und da wir gerade bei Klaus Störtebeker sind, nehme ich auch gern mal ein Ausstellungsstück vorweg; denn natürlich fehlt die Rubrik „Piraten“ und „Kaperer“ nicht im Museum und so ist auch der Schädel (oder zumindest könnte es dieser sein) von Klaus Störtebeker dort ausgestellt.


Nun aber zurück zum Eingang, der schon wie ein kleine Ausstellungshalle gestaltet ist mit Schaukästen von Schiffen, Animationen, die Eingangshalle mit dem Ticketbereich ist auch sehr schön und groß gestaltet; aber: seit ich blogge und vermehrt die verschiedensten Blogs lese, achte ich auch auf solche Dinge: das Museum ist nicht barrierefrei. Es gibt zwar einen Fahrstuhl mit dem man jedes Stockwerk (Deck) erreichen kann, aber innerhalb der einzelnen Decks (also Ebenen) gibt es wieder Unterbereiche, die nur per Treppe erreichbar sind. Oder kleinere abgeteilte Ecken.
Das Maritime Museum geht über 10 (!) Etagen und ich bin restlos begeistert. Über sechs Stunden sind wir dort gewesen und ich könnte heute direkt nochmal hingehen, weil ich bestimmt nicht alles gesehen habe.

Da ich unendlich viele Fotos gemacht habe, kann ich hier nicht alle präsentieren, sondern habe bei Flickr ein Album erstellt.

Zunächst einmal muss ich aber nochmals die Dinge des Maritimen Museums erwähnen, die mir so extrem gut gefallen haben: es ist kein Museum nur zum Rumlaufen und Staunen, nein, es ist ein Mitmachmuseum. Viel zum Anfassen, viel Interaktion, einzelne Oasen, an denen man sich hinsetzt und auf einer Leinwand einer Dokumentation folgt. Einzelnen Rubriken hinterlassen einen Kloß im Hals. Wie beispielsweise die aktuelle Sonderausstellung „Glaube, Liebe, Hoffnung“ in der es um Schiffbruch geht. Die Angst der Schiffbrüchigen ist so nah dargebracht, da bekommt man beim Betrachten oder Lesen der Devotionalien Gänsehaut. Wie bei der ersten noch erhaltenen Flaschenpost.


Das Museum ist sehr gut nach Themenbereichen aufgeteilt. Die Entwicklung der Kompass, Navigationsgeräte, Radar, Sonar, Schiffsbau, Leben an Bord auch mit Krankheiten etc

Die Abteilung Piraterie sei hier nur als Beispiel für den tollen Aufbau der Ausstellungsstücke gezeigt:



Natürlich darf bei der Geschichte der Schifffahrt auch nicht der Bereich der Geschichte der Lagerei fehlen. Zumal wir uns in Hamburg und speziell in der Speicherstadt befinden. Von der Handkarre oder der Schottschen Karre mit den Kaffeesäcken zu den Containern. Es ist alles vorhanden.


Aber natürlich dürfen die Modelle früherer Schiffe nicht fehlen. Unglaublich diese Präzision und wie detailgenau die Schiffe nachgebaut wurden.


Beeindruckend ist auch der Nachbau der Queen Mary 2 aus Legosteinen. Was für eine Arbeit! Und ganz toll: nebenan ist eine Lego-Spielecke für Kinder. Hier wird echt an alles gedacht!

Natürlich gehört zur Schifffahrt auch die Geschichte und die Entwicklung der Taue und Seile und so wird auch die Arbeit der Reepschläger (ich sag nur: Reeperbahn) anschaulich dargestellt.


Und wenn ich sage „hier wird an alles gedacht“, dann meine ich es auch so. Denn nicht nur, dass es auf jeder Etage einen Waschraum gibt, nein, auf dem fünften Deck gibt es auch eine Kaffeebar. Also einen Kaffeeautomaten, in dem man sich für 1 Euro einen Kaffee, einen Cappucciono, Latte Macchiato, café moccacino oder eine heiße Schokolade ziehen kann und in dem Sitzbereich kurz vom vielen Laufen entspannen kann.


Hier stimmt jedes Detail; denn auch der Kaffeeautomat ist dem Kaispeicher B nachempfunden wie man dem Modell rechts entnehmen kann.

Konnte ich Euch einen Eindruck vermitteln, wie interessant dieses Maritime Museum ist? Vielleicht geht es Euch ja ähnlich und Ihr seid nicht so Museums-affin wie ich und die 12,50 Euro Eintritt haben Euch abgeschreckt. Aber ich kann definitiv sagen: der Eintritt ist jeden Cent wert. 

Wer jetzt morgen gleich loslaufen will: Stopp!!! Montags ist das Maritime Museum geschlossen. Dienstags bis Sonntags ist es von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Und ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen: kommt früh; denn es gibt sehr, sehr viel zu sehen und zu entdecken.

Und wenn Ihr dann das Museum verlasst, wartet das nächste Wow-Gefühl auf Euch. Es ist nämlich im Dunkeln wunderbar beleuchtet und man kann sich gar nicht dran sattsehen. Auch diese Bilder hat mir wieder die Agentur BlickeDeeler zur Verfügung gestellt, weil meines (mit dem iPhone aufgenommen) zwar schön war, aber eben längst nicht so schön wie das von den Profis.

        

Besten Dank an 

Ich hoffe, ich konnte Euer Interesse am Maritimen Museum wecken. Schaut mal auf der Seite des Museums vorbei; denn es finden immer wieder Sonderausstellungen statt oder oder oder … 

Wer es oben überlesen haben sollte: meine Bildersammlung befindet sich genau —> hier auf meinem Flickr Album.


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4 Gedanken zu „Im Maritimen Museum

  1. writeln

    Eine Gewisse Affinität zu Schiffen sollte man schon mitbringen, wenn man dieses Museum besucht.
    Ich war 2008 mal einen Tag drin. Toll fand ich damals die innere architektonische Gestaltung, wie man von Boden zu Boden wandert.
    Mein Favorit waren (…natürlich…) die Lego QM und die interaktive Weltkugel. Gibt es die eigentlich heute auch noch?
    Tolle Bilder und Eindrücke hast Du jedenfalls mitgebracht. Vielen Dank fürs Teilen.

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  2. kurzundknapp

    Lieber Sascha, ja, die interaktive Weltkugel ist noch vorhanden. Ich fand es auch beeindruckend zu sehen – und zu fühlen – wie sich die Materialien des Schiffbaus entwickelt haben. Also die Holzarten, wie der Baum aussieht, sich anfühlt und wie dann die Planken aussehen. Und dann noch der Schiffssimulator, die Bildschirme mit den kleinen Spielchen etc

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